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Alt 02.06.2013, 18:10   #1 (permalink)
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Standard Unterwegs im Namen der Oma

Hallo allerseits,

Wie der Titel schon sagt, vertrete ich hier die Interessen meiner Grossmutter. Schon seit Jahren bekommt sie haufenweise Webebriefe, Gewinnmitteilungen, unerwünschte Telefonanrufe, unerwünschte Postsendungen mit anschliessender Rechnung etc. also das volle Programm. Ich finde es absolut widerwärtig, wie da alten Menschen die z.T. ohnehin schon schmahle Rente aus der Tasche gezogen wird! Trotz vielfacher und regelmässiger Aufklärung meinerseits zeigt sich meine Oma stellenweise recht beratungsresistent im Umgang mit den o.g. Phänomenen ("Ach, wenn ich doch mal was gewinne, bekommst du das"). Sie ist 92 Jahre alt, aber bis auf das genannte "Problem" durchaus geistig fit.

Seit ein paar Wochen kümmere ich mich vermehrt um die Angelegenheiten meiner Grossmutter. Ich habe eine notarielle Vorsorgevollmacht und eine Kontovollmacht. Durch den Blick auf das Konto ist mir überhaupt erst klar geworden, welche vergleichsweise grossen Ausmasse die Abzockerei bei ihr erreicht hat. Meine Oma wohnt in einem kleinen Dorf, und ich bin im Prinzip die einzige Person, die sich um sie kümmert, wohne aber leider auch nicht gerade um die Ecke, um eingreifen zu können, bevor sie Überweisungen an dubiose Unternehmen tätigt.

Momentan lasse ich alles rückbuchen, was mir nicht geheuer ist. Meine Grossmutter ist teilweise auch nicht mehr sicher, wofür so manche Überweisung überhaupt war. Die Rückbuchungen werden vermutlich für einigermassen Ärger mit den Unternehmen führen, mir ist aber erstmal wichtig zu wissen, um was für "Leistungen" es sich überhaupt handelt. Als zweiten Schritt wird sie eine neue Telefonnummer bekommen, um die unerwünschten Anrufe zu unterbinden. Das Problem mit den Briefen und der Beratungsresistenz meiner Grossmutter bleibt aber weiterhin bestehen.

Im Internet findet man relativ viel zum Thema Vermeidung von Abzocke für Senioren, aber so gut, wie nichts, was man tun kann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen, also Geld geflossen ist. Ich frage mich beispielsweise, ob ein Unternehmen seine Forderungen vor Gericht durchbekommen würde, gerade vor dem Hintergrund, dass meine Oma bereits ein beachtliches Alter erreicht hat, und womöglich stellenweise in ihrem Urteilsvermögen getrübt ist. Wie ihr seht, kann ich derzeit nur Schadensbegrenzung betreiben. Prävention ist unter diesen Umständen extremst problematisch.

Ich freue mich über alle sachdienlichen Ratschläge und Hinweise!

Walter

Geändert von walter (02.06.2013 um 20:31 Uhr)
walter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.08.2013, 16:15   #2 (permalink)
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Registriert seit: 01.08.2013
Beiträge: 2
Standard AW: Unterwegs im Namen der Oma

Hallo Walter, mir geht es mit meinem Vater, jahrgang 24 z. Zt. genauso.
Er kann und will nicht verstehen, dass ihm keiner etwas schenkt.
Bei allen möglichen Firmen, wo die Werbung per Post kam habe ich angerufen und seine Daten löschen lassen. Da sich diese Sachen seit dem Tod meiner Mutter aufgebaut haben, bin ich da ganz gut hinterher gekommen. Die schriftliche Werbung ist so gut wie fort. Abos habe ich immer gleich gekündigt und Dank Bankvollmacht und Vorsorgevollmacht sowieso auch gleich immer die Gelder zurückgeholt.
Jetzt habe ich allerdings gehäuft, die Abofallen und Gewinnspiele per Telefon. Es nervt laufend Briefe schreiben zu müssen, da Vati wieder alle Daten samt Bankverbindung per Telefon weitergegeben hat.
Die alten Leute kapieren nicht mehr, dass die Welt heute nur noch auf Abzocke aus ist.
Ich habe mal was gehört von einer Betreuung in Vertragsangelegenheiten. Muß mich da mal schlau machen. Entmündigung ist ja auch keine Lösung, hat zu viele Konsequenzen.
Internetmaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.08.2013, 17:17   #3 (permalink)
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Registriert seit: 14.06.2011
Beiträge: 11
Standard AW: Unterwegs im Namen der Oma

Das mit der neuen Telefonnummer ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Weiterhin: Leider besteht wegen des Bestandsdatengesetzes weiterhin die Möglichkeit, dass deine Oma Werbung in den Postkasten bekommt. Wichtig finde ich daher, dass du ihr einen Anti-Werbungs-Aufkleber auf den Briefkasten klebst, da ein Umzug hier nichts bringt. Diesen darf man auch selbst herstellen. Wichtig wäre auch die Angabe eines Gerichtsurteils, das schreckt noch deutlich mehr ab, als nur zu schreiben "Bitte keine Werbung und keine kostenlosen Flyer sowie keine kostenlosen Zeitungen einwerfen!".
Und für den Rest: bring deiner Oma bitte bei, auf unangemeldetes Klingeln nicht mehr zu reagieren, ggf. nimmst du sie wegen Beratungsresistenz dann zu einem Anwalt mit. Bei mir hilft die oben genannte Strategie bereits seit mehr als 3 Jahren erfolgreich. Ich bekomme nur noch äußerst selten (!) ungewünschte Werbung nach Hause geliefert.

Weiterhin solltest du in Zusammenarbeit mit dem Anwalt dann dringend auch deine Oma aufklären über FINGIERTE Gewinnspiele auf Bahnhöfen (hatte mich leider diesbezüglich erwischt) sowie in Fußgängerzonen. Außerdem muss sie nicht zwingend an Aktionen teilnehmen wie "Ich plane einen Junggesellenabschied und möchte dafür Geld einsammeln.". Nicht viele dieser Personen, die sowas machen, haben eine Genehmigung hierfür oder sind anderweitig vertrauenswürdig. Ebenso findet man immer noch sehr häufig den "deutschen Videoring" in Fußgängerzonen sowie auf größeren Bahnhofsgeländen. Bitte bring ihr bei, auch wenn sie von "günstigen DVD-Filmen" schwafeln, darauf ebenfalls, wenn möglich, nicht zu reagieren. Grund: zu kleines Filmangebot. Da solle sie besser bei seriösen Anbietern wie Saturn anfragen für Kauf-DVDs oder zu nem Second-Hand-Shop gehen, der sowas verkauft, bei Leih-DVDs kann sie sich aussuchen, ob sie Uni-Bibliotheken nutzen möchte (also unsere Uni hat auch DVD-Filme zum Ausleihen, das nur als Info), eine Stadtbibliothek (DVD-Filme haben auch einige wenige Stadtbibliotheken) oder eine Videothek nutzen möchte (bei den Internetanbietern weiß man bekanntlich nie wegen Raubkopien usw.).

MfG Nicky
Nicky343 ist offline   Mit Zitat antworten
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