Zitat:
Zitat von King W.
Von Weihnachten halte ich genau so wenig. Vom ursprünglichen Fest ist nicht mehr viel übrig geblieben, vereinnahmt vom Kommerz, ist es zu einer Freß- und Geschenkorgie verkommen. Traurig irgendwie.
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Schade, daß scheinbar immer mehr Leute so denken. Ich muss gestehen ich liebe Weihnachten. Nicht der Geschenke wegen sondern aus dem einfachen Grund: es ist eine Möglichkeit für mich nach Hause zu fahren um mit meiner Familie zusammen zu sein. Die Geschenke sind zwar auch vorhanden und es macht einen Höllen spaß etwas zu verschenken. Vor einigen Jahren habe ich meiner Freundin eine alte Nähmaschine (zum Treten, von der Firma Phönix) geschenkt. Ich habe sie aufgearbeitet, das Holz abgeschliffen, alles neu lakiert und sauber durchgeölt, einen neuen Antriebsriemen angebracht und und und ... meine Freundin hat sich tierisch darüber gefreut. Bei solchen Geschenken macht Weihnachten richtig Spaß.
Darüber hinaus ist bei uns Weihnachten fast wie eine Zeremonie, die sich seit ich lebe nicht wirklich verändert hat. Vormittag dürfen die Kinder nicht ins Wohnzimmer (keine Chance). Ich gehe daher mit meinem Bruder und meiner Schwester zusammen ins Kino (Vormittagsprogramm). Der Mann des Hauses baut den Weihnachtsbaum auf, bringt die Lichterketten an. Mittags ein etwas sporadisches Essen (Kartoffeln mit Quark). Nachmittag gehts im 4 Uhr in die Kirche, den weihnachtlichen und hoffnungslos überfüllten Gottesdienst anschauen um dann zu Fuß (hoffentlich durch den Schnee, was leider in den letzten Jahren nicht mehr geklappt hat) nach Hause zu laufen. Es ist dunkel, in den Fenstern und den Gärten sind Weihnachtsbäume und Lichterketten zu sehen ... und dann gehts zu Hause an die Bescherung (das erste mal, daß wir ins Wohnzimmer dürfen). Die Großeltern kommen im Laufe des abends ... dann gemütlich Abendessen und beisammen sitzen. Um 23 Uhr gibts noch den Jugend-Gottesdienst (von der jungen Gemeinde, also von Leuten unter 25) arrangiert, welcher nicht so streng wirkt, wie der am Nachmittag. Und anschliessend trifft man in mitternächtlicher Runde im Haus der jungen Gemeinde alte Freunde aus der Schulzeit, welche mittlerweile in alle Herren Länder verstreut sind (aber einmal im Jahr, nämlich zu Weihnachten, den Weg nach Hause finden).
Ich finde es darüber enttäuschend, daß einige Weihnachten tatsächlich verkommen lassen. Bei einer Bekannten von mir gibts zu Weihnachten von den Eltern 50 EUR geschenkt. Das wars. Familienfeiern sind da nicht sonderlich angesagt. Selbst Geburtstage sind da ein Tag wie jeder andere. Schade, wenn Menschen so denken.
Aber back to topic, wir waren ja beim Karneval. Hier sehe ich zwar nicht ganz so viel wie in Weihnachten und kann auch bei weitem nicht so viel Enthusiasmus aufbringen, allerdings gibt es immer noch viele die auch aus diesen Tagen ihre eigene kleine Zeremonie machen. Und gerade das finde ich toll, und das gönn ich den Leuten auch. :-)
Gruß Maddin