Ich weiß nicht, was ich von so einem Cyber-Abwehrzentrum halten soll. Das es Bedrohungen aus dem Internet gibt, sollte uns in den letzten Jahren klar geworden sein. Da gab es einerseits im Sommer 2007 die Cyber-Attacken gegen Estland, höchstwahrscheinlich aus Russland ausgeführt. Dies hat ja auch die NATO dazu bewegt, diesem Thema mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Hier ein
Artikel aus der Süddeutschen Zeitung dazu. Solche Bedrohungen gibt es und wir sind alle diesem Risiko ausgesetzt. Auch große Unternehmen kommen ins Visier von Cyber-Attacken. Ein vielleicht etwas anderer Fall, aber genauso wirkungsvoll war die Sache mit Stuxnet, der auf Siemens-Anlagen abzielte. So eine Attacke kann ganze Bereich unserer Wirtschaft lahmlegen.
Andererseits habe ich da doch so meine Bedenken, was die IT-Kompetenz unserer Regierung aber auch des Staates allgemein angeht. Unsere Verbraucherschutzministerin weiß nicht, was ein Browser ist. Gegen Kinder-Pornographie will man mit sog. Internetsperren, das heißt dem Löschen der Einträge aus den DNS-Tabellen vorgehen. Schade nur, dass die Server weiterhin laufen, man muss nur die richtige IP-Adresse wissen, um wieder auf Kinder-Pornographie zugreifen zu können, oder aber man trägt halt in zwei Minuten einen DNS-Server in den Systemeinstellungen ein. Sehr wirkungsvoll. Auch die letzte Initiative des elektronischen Personalausweises fällt nicht besser aus und ist voller Sicherheitslücken (STERN:
Neuer Perso steckt voller Lücken).
Wollen wir wirklich ein Cyber-Abwehrzentrum?