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Alt 30.06.2009, 08:19   #1 (permalink)
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Ausrufezeichen Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Hallöchen alle miteinander,

da ich selbst schon (berechtigter Weise) das komplette Magazin von Mahnung, über Inkasso, weiter über Anwalt, bishin zum gerichtlichen Mahnbescheid und bis zum Schluss beim Gerichtsvollzieher gelandet bin (heute ist alles bezahlt) habe ich also auch seriöse Briefe als Muster vorliegen, die weitaus nicht mit der Wortwahl gespickt sind, wie man sie bei den meisten Abo-Fallen und Abzockern kennt. Da diese Information allerdings ziemlich umfangreich ist hat sich jemand einmal die Mühe gemacht, den kompletten Werdegang der Rechnungen und Zahlungsaufforderungen aufzuzeigen und Euch zu informieren.

Bitte lest Euch diesen Artikel einmal genau durch (vor allem diejenigen, die jetzt Angst haben und nicht wissen, was sie mit Ihren Mahnungen, Inkasso- und Anwaltsschreiben machen sollen und fast bereit sind dafür nun endlich zu zahlen.)

Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Vielleicht hilft Euch das ja etwas.

Ein kleiner Hinweis: In keinem der bei Euch ins Haus geflatterten Briefe darf Euer "Gegner" euch drohen. Nicht einmal wenn er berechtigt ist, das Geld von Euch zu bekommen.

Als Beispiel:
Ich habe bei jemandem gearbeitet und bekomme von ihm noch 600,00 EUR, die ich allerdings noch nicht erhalten habe. Wenn ich ihm jetzt eine "Rechnung" oder Mahnung schicke mit Formulierungen wie: "sonst bekommst Du Post von meinem Anwalt, sonst gehe ich vor Gericht, sonst verklag ich Dich" (selbst wenn ich Recht habe) so ist dies eine Bedrohung oder Nötigung und sie machen sich selbst strafbar. Daher wird man in seriösen anwältlichen Schreiben Formulierungen finden wie "werde ich meinen Mandanten anraten sich so und so zu verhalten" ... wohingegen die Formulierung "sehe ich mich gezwungen ..." schon wieder Nötigung ist. Ernsthafte Anwälte achten peinlichst genau auf diese Formulierungen (deswegen bekommen die mitunter auch so viel Geld), da sie sonst selbst auch viel Ärger bekommen können.

ich hoffe das hilft Euch etwas Mut zu schöpfen!

mit freundlichen Grüßen
Maddin
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Meine Beiträge spiegeln lediglich meine Meinung wieder (und meine Erfahrungen) und ersetzen in keinem Fall den Weg zu einem Anwalt.
kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2009, 00:22   #2 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

habe heute einen brief von rechtsanwalt bekommen habe aber kein internet nahme stiehmt auch nicht nur die adresse soll ich den rechtsanwalt schreiben
heimhilfe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2009, 17:16   #3 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Du hast bestimmt nur eine email bekommen, oder? Theoretisch brauchst Du nicht. Musst Du allerdings selbst entscheiden. Googel mal nach Deiner Problematik oder gib etwas mehr Informationen, dann könnte man evtl. versuchen über eine etwaige Abzocke (und demzufolge über eine nicht-Antwort dem Anwalt gegenüber) zu entscheiden.

mfg Maddin
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Alt 31.08.2009, 01:40   #4 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Ich hoffe du hast nichts dagegen das ich diesen Link hier einstelle.

Die Videos sind echt gut und geben fast auf alle Fragen eine Antwort.

YouTube - Online-Abo computerbetrug nachbarschaft abzocke drohung schufa
schnippewippe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.08.2009, 02:00   #5 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Hier möchte ich noch etwas für die Minderjährigen eintragen.

Wer in ein Abo - Vertrag eingegangen ist, sollte wissen , dass er ohne Zustimmung der Eltern keinen Vertrag abschliessen kann. Hier spielt auch die Altersgruppe noch eine Rolle.

Hier ein Musterbrief von der Verbraucherzentrale.
http://www.verbraucherzentrale-bayer...big/72971A.pdf
Muss vielleicht noch ein wenig verändert werden ?
Verbraucherzentrale Berlin : Vertragsfallen Musterbrief: Minderjähriger

Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz : Verträge mit Minderjährigen

Video -- Rat an die Minderjährigen
YouTube - Minderjährig in Abo-Falle getappt?

Hier ist ein Forum von der Verbraucherzentrale für Minderjährige.
Online-Beratung für Jugendliche

Kein Vertragsschluss durch Minderjährige bei Abofallen

Zitat:
Tätigt ein Minderjähriger auf einer Abofallen-Seite einen Vertragsschluss, so dieser schwebend unwirksam. Dies folgt aus den §§ 106, 108 BGB. Die Wirksamkeit des Vertragsschlusses ist daher Abhängig von der Genehmigung durch den gesetzlichen Vertreter. Verweigert dieser die Genehmigung, können die Abofallen Betreiber keine Zahlung verlangen, da kein Vertrag zustande gekommen ist.
Zitat:
Eine Mitgliedschaft auf einer Website mit einem Minderjährigen kommt nur dann
zustande, wenn diese von seinen Eltern oder nachträglich (nach seinem
18. Geburtstag) von ihm genehmigt wird. Darüber hinaus sind Entgeltvereinbarungen, die in einem ungegliederten Fließtext enthalten sind, unwirksam, da überraschend.
So entschied das AG München in einem Urteil vom 18.02.2009,
http://www.kuendigung-blog.de/abofal...-bei-abofallen

Minderjährige muss für Klingelton-Abo mit Jamba nicht bezahlen
http://www.e-recht24.de/news/ecommerce/907.html

Geändert von schnippewippe (10.09.2009 um 09:09 Uhr)
schnippewippe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.09.2009, 20:24   #6 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Zitat:
Zitat von kruemeltee Beitrag anzeigen
Ein kleiner Hinweis: In keinem der bei Euch ins Haus geflatterten Briefe darf Euer "Gegner" euch drohen. Nicht einmal wenn er berechtigt ist, das Geld von Euch zu bekommen.
(...)"sonst bekommst Du Post von meinem Anwalt, sonst gehe ich vor Gericht, sonst verklag ich Dich" (...)
Nun,was ist Drohung?
Einen Hinweis was ich bei weiter unternehmen könnte ist keine*Drohung*.

Was aber in der Regel in den Mahnungen der Nutzlosen steht,das ist unzulässig.
Hier haben auch schon Richter im Vorteil der Verbraucher entschieden.
Zitat:
Das AG Frankfurt a.M. vertritt die Rechtsansicht, dass gegen ein Inkassounternehmen, das Mahnschreiben nicht-existenter Kunden über nicht-existente Forderung versendet, Unterlassungsansprüche geltend gemacht werden können. Nach Ansicht des Amtsgerichts dienten die fraglichen Mahnschreiben dem Inkassounternehmen allein dazu, “den Empfänger einzuschüchtern, über das Bestehen einer Forderung zu täuschen und ihn zur Zahlung zu veranlassen”.
(AG Frankfurt a.M., Urteil vom 10.10.2008, Az.: 380 C 1732/08 )
Quelle: jurablogs.com
Zitat:
Das AG Plön hat ein Unternehmen zur Unterlassung verpflichtet, nachdem es einem Schuldner, um diesen zu beschleunigten Zahlung offener Rechnungsbeträge zu drängen, bei fruchtlosem Ablauf einer Zahlungsfrist einen Eintrag in das Schufa-Register angedroht hatte. Da das Unternehmen diese Drohung trotz außergerichtlichen Anschreibens des Prozessbevollmächtigten des Schuldners nicht zurücknahm, klagte der Schuldner auf Unterlassung. Dieses erging antragsgemäß und bestätige gleichzeitig die außergerichtlichen Gebühren seines Rechtsanwalts. Onlinehändler, die eine derartige Droh-Praxis ebenfalls nutzen, sollten ihre Entscheidung überprüfen.
Quelle:jurablogs.com AG Plön, Urteil vom 10.12.2007, Az. 2 C 650/07
De kleine Eisbeer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.09.2009, 17:03   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von De kleine Eisbeer Beitrag anzeigen
Nun,was ist Drohung?
Einen Hinweis was ich bei weiter unternehmen könnte ist keine*Drohung*.
Ich denke das kommt auf die Formulierung an ... "sonst sehe ich mich gezwungen meinen Mandanten zu den und den Schritten zu raten" ist okay ... "ich verklage Dich" ist hingegen eine Drohung ... aber wie Du schon richtig gemeint hast ... ein Hinweis ist keine Drohung ... letztendlich ist die Grenze zwischen Hinweis und Drohung vermutlich so klein, daß es im Bedarfsfall auch geklärt werden muss :-)

Gruß Maddin
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kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2009, 17:34   #8 (permalink)
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Standard AW: Zahlungsaufforderungen, der Werdegang

Hier noch was für die Kunden die bei der Abzocke schon das erste Jahr bezahlt haben. Glaube das ist hier noch nicht geschrieben worden.

War aus Augs.Blog
Zitat:
Das stimmt nicht. Ein unwirksamer Vertrag wird nicht dadurch wirksam, dass man trotz Unwirksamkeit seine Gegenleistung erbringt. In solchen Fällen leistet man ohne Rechtspflicht/ohne Rechtsgrund und kann sein Geld zurückverlangen. Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn man trotz Kenntnis der Nichtschuld zahlt.
Eine Ausnahme gilt nur dann, wenn man trotz Kenntnis der Nichtschuld zahlt.
Leider dachten wir ja alle , dass wir selber Schuld haben. Hätten besser aufpassen müssen
Aber das Geld der ersten Zahlung ist leider weg. Das muss man abschreiben.
Urteil des VIII.*Zivilsenats vom*11.11.2008 -*VIII*ZR*265/07*-


Die Zitate sind aus dem Bericht der Verbraucherzentrale

13. Ich habe bereits gezahlt. Kann ich das Geld zurückverlangen?
Zitat:
Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Seitenbetreiber das Geld freiwillig zurückzahlen. Also bliebe letztlich nur eine Klage. Hier besteht jedoch das erhebliche Risiko, trotz eines gewonnenen Prozesses am Ende auf den Kosten sitzen zu bleiben. Hier gilt zum einen das zu Frage 12 Geschriebene und zum anderen ist zu berücksichtigen, dass die Gegenseite häufig eine Limited ist. Dies ist eine meist in England registrierte Gesellschaft mit beschränkter Haftung und oftmals sehr geringem Haftungsvermögen. Im Ergebnis wäre der Schaden also größer als vorher.....................Verbraucherzentrale Berlin : FAQ Internetvertragsfallen.
14. Laut AGB soll der Vertrag zwei Jahre laufen. Die erste Jahresrate habe ich gezahlt. Muss ich jetzt auch die zweite Jahresrate zahlen?

Zitat:
Inzwischen tauchen immer häufiger die Fälle auf, bei denen die Betroffenen die erste Jahresrate aufgrund der Einschüchterungen gezahlt haben und nun aufgefordert werden, auch die zweite Jahresrate zu zahlen. Schließlich hätten sie durch die erste Zahlung den Vertrag anerkannt. Das ist rechtlich so allerdings nicht haltbar. Ein unwirksamer Vertrag wird nicht dadurch wirksam, dass man trotz Unwirksamkeit gezahlt hat. Im Gegenteil: In solchen Fällen leistet man ohne Rechtsgrund und kann sein Geld grundsätzlich zurückverlangen. Die Rückforderung ist lediglich dann ausgeschlossen, wenn man trotz Kenntnis der Nichtschuld gezahlt hat. Die Zahlung der zweiten Rate kann man aber in jedem Fall verweigern
.
__________________

Musterbrief Telefonanbieter unberechtigte Forderung

http://www.vz-bawue.de/mediabig/143521A.pdf

Musterbriefe von der Verbraucherzentrale
http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/link1120905A.html

Bundesnetzagentur - Rufnummernmissbrauch
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/S...auch-node.html

Geändert von schnippewippe (15.09.2009 um 17:43 Uhr)
schnippewippe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2009, 17:53   #9 (permalink)
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wo hast Du das letzte Zitat her?

edit: okay .. war in dem Link drin ... wäre evtl. besser wenn man solche Zitate, die doch für unsere Entscheidung wichtig sind, irgendwie nochmal als "Zitat von" zu kennzeichnen ... ansonsten ... SPITZE ... wie immer :-)

Gruß Maddin
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kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.09.2009, 18:27   #10 (permalink)
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Ääääääää. Da steht doch oben die Die Zitate sind aus dem Bericht der Verbraucherzentrale
Das Nächstemal kommt der Link wieder in das Feld mit rein.
__________________

Musterbrief Telefonanbieter unberechtigte Forderung

http://www.vz-bawue.de/mediabig/143521A.pdf

Musterbriefe von der Verbraucherzentrale
http://www.verbraucherzentrale-rlp.de/link1120905A.html

Bundesnetzagentur - Rufnummernmissbrauch
http://www.bundesnetzagentur.de/DE/S...auch-node.html
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