okay ... ich will jetzt nicht behaupten, daß ich diesbezüglich Spezialist wäre, allerdings will ich den, zugegebener Maßen wahren, Aussagen aus beiden Dokumentationen noch zwei Sachen hinzufügen, die hoffentlich den doch eher paranoiden Charakter etwas abschwächen.
Punkt 1: Verknüpfung der Daten
Wenn von jemandem Daten erhoben werden (bleiben wir mal in Deutschland), dann dürfen diese nicht "personenbezogen" bespeichert werden. D.h. Die Telekom weiß zwar (und auch über Umwege), welche Telefonnummer von wann bis wann mit welcher Telefonnummer telefoniert hat, sie kann ebenfalls ermitteln, wer als erster aufgelegt hat. Aber diese Datensätze werden erst einmal getrennt von den Daten aufbewahrt, wo drin steht wer denn Inhaber des Anschlusses mit der Nummer sowieso ist. Ebenso bekommt man nicht per Fingerschnipp heraus, wer denn mit welcher IP Adresse gerade auf der und der Webseite war. Dazu müssen erst einmal ein paar Daten miteinander verknüpft werden. Genau das gleiche trifft auf PayPal und viele andere Datensammler (wie Payback, Banken, und viele weitere) zu. Um diese Daten jetzt jemandem spezifisch zuzuordnen, gibt es sogenannte Schlüsseldatensätze. Diese setzen sich aus einer handvoll Daten zusammen, bei denen GANZ wichtig, Name, Adresse und Geburtsdatum ist. Diese müssen jetzt in verbindung gebracht werden mit der Information "welcher Telefonanschluss läuft über diesen Namen" um dann letztendlich heraus zu bekommen, mit wem ich denn da um 00:13 Uhr bis 02:15 in der Nacht von Samstag zu Sonntag von Festnetz zu Handy telefoniert habe.
Derzeit gibt es da wohl noch Anstrengungen, und diese gehen sogar soweit, daß es zumindest Gesetze gibt, die eine derartige Verknüpfung von Daten, na sagen wir mal mißbilligen.
Punkt 2: die Fülle an Daten
Es gibt sicherlich gute Suchmechanismen (wie auch der Beitrag von Google zumindest angedeutet hat). Jetzt nehmen wir mal einen Normal-Sterblichen der keine Angst vor dem Computer hat (kein Hacker und Skript-Kiddy) mit einer, sagen wir mal normalen, aber nicht übergroßen Festplatte von 1 TB. Jetzt schreibt derjenige ein, sagen wir, Word Dokument mit dem Namen "Bewerbung.doc" und vergisst dieses, in "eigene Dateien" abzuspeichern. Jetzt sucht mal!
Je nach Fülle der Daten auf der Festplatte kann das schon ein Weilchen dauern, mit dem Hintergrund: wir wissen ja auch, wonach wir suchen (nämlich dem Dokument "Bewerbung.doc"). Jetzt kennen wir aber den Namen auch nicht, sondern nur noch die Dateiendung ... schon wird die Suche etwas komplizierter. Und wenn ich jetzt noch den Computer nutze um meine Arbeit mit nach Hause zu nehmen und habe dort 20.000 verschiedene Word Dokumente ... dann dauerts ganz schön lange, bis ich meine Bewerbung, die unter einem falschen Namen gespeichert wurde, wiedergefunden habe.
Genau so geht es auch den Ermittlungsbehörden. Diese Flut an Daten müssen erst einmal "gesichtet" werden bzw. nach einem bestimmten Schema durchsucht werden. Das Stichwort hierbei nennt sich "
Data Mining" und kann eine ganze Weile dauern, bei der Masse an Informationen. Ich gebe zu, daß die Suche leichter wird, wenn man jemandem auf dem Kieker hat, sprich eine bestimmte Person überwachen will (denn dann weiß man ja, wie das "Dokument" auf der Festplatte heisst). Allerdings reden wir hier von einer Datenmenge, wo Terabyte (1000 Gigabyte) ein kleiner Nieser sind.
Also ... es ist zwar vieles wahr an beiden Dokumentationen, aber ein bisschen paranoid sind die dennoch. Und in der Dokumentation "wo sind meine Daten" kam auch, wenn gleich ein wenig kurz geraten, ganz gut der Spruch rüber:
jeder weiß, daß seine Daten gespeichert und für andere Sachen verwendet werden. Jeder ist sich dessen bewusst, denn jeder hat schon einmal die AGBs gelesen. Unterschrieben haben wir sie dennoch alle, wir haben es nur vergessen.
Also ... schlaft gut
Gruß Maddin
P.S.: Wer einmal Langeweile hat, kann sich ja mal das
Datenschutzgesetz zu Gemüte führen. Ist nicht sonderlich lang, und die Strafen stehen auch drin (wenn man dagegen verstößt).