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Alt 22.11.2009, 20:54   #1 (permalink)
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Benutzerbild von kruemeltee
 
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Standard Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Hallöchen an alle,

ich möchte einmal eine Erfahrung von mir schildern, die ich auch als Abzocke empfinde.
Meine Freundin, derzeit Studentin, wollte sich ein paar EUR dazu verdienen und dachte, daß Zeitungen auszutragen doch eine gute Idee wäre. im Unterschied zu vielen Foreneinträgen hatte dieser Job doch auch sein gutes. Der Austräger ist nämlich bei der Ausübung seiner Arbeit versichert. Sogar ein von ihm ernannter Ersatz (sollte er einmal nicht können) ist über die Firma versichert.

Begierig auf Ihre Arbeit erwartete meine Freundin nun die zum Austragen erforderlichen Materialien. Diese wurden in der Nacht von Freitag zu Samstag geliefert. Da wir gerade eine Feier zu Hause hatten konnten wir die Lieferung "im Auge behalten". Sie bekam mehrere Stapel Zeitungen, diverse Prospekte und Werbeflyer. Ich schätze mal, etwa 75kg Papier lagen da vor unserer Haustür. Diese haben wir nach oben getragen und meine Freundin musste nun alle Zeitungen mit den entsprechenden Flyern bestücken. Das dauerte etwa 3 Stunden. Sie war noch nicht ganz fertig und musste leider am nächsten Tag zeitig weg fahren. Daher habe ich den Rest übernommen (daher diese Erfahrungen).
Ich hatte auch noch etwa 1 Stunde zu tun, um den Rest der Zeitungen fertig zu stellen. Diese durfte ich nun austragen. Insgesamt waren 5 Stapel, etwa 80cm hoch, vor mir. Da ich leider (noch) nicht über einen Handwagen oder dergleichen verfüge, musste ich mir etwas einfallen lassen (ich habe einen größeren Karton auf meinem Gepäckträger des Fahrrads befestigt). Insgesamt brauchte ich 4 Fahrten um die Zeitungen auszutragen, ein Zeitaufwand von etwa 8 Stunden (und ich war bestimmt nicht langsam, sicher es geht bestimmt auch etwas schneller). Für diesen Job bekommt meine Freundin einen Lohn von etwa 30 EUR. Ich denke, daß dies viel zu wenig ist, wobei man daran denken muss, daß man bei Wind und Wetter unterwegs sein muss. Darüber hinaus bekommt der Zeitungsausträger die "Beschwerdebriefe" der Leute, wo man ggf. etwas fälschlicher Weise eingeworfen hat (Aufschrift: bitte keine Werbung oder kostenlose Zeitungen), was mitunter sogar in Strafen à 25 EUR pro falsch eingeworfenen Zeitung ausarten kann.

Klar ist das ein Job für Leute, die noch nicht geschäftsfähig sind, aber wenn ich mir den daraus resultierenden Stundenlohn anschaue, dann ist das doch mehr oder weniger ein Hungerlohn, den die armen Leute da bekommen. Warum können die nicht auch ordentlich dafür bezahlt werden?

Das empfinde ich als Abzocke, denn die Agenturen zum Zeitungen austragen wissen das. Und sie nutzen die Tatsache aus, daß Schüler eben noch nicht geschäftsfähig sind und noch nicht arbeiten gehen können.

Was haltet ihr davon?

Gruß Maddin
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Meine Beiträge spiegeln lediglich meine Meinung wieder (und meine Erfahrungen) und ersetzen in keinem Fall den Weg zu einem Anwalt.
kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 20:58   #2 (permalink)
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

ich meine hier gilt der "Taschengeldparagraph" ... Da dürfen Schulkinder oder Teenies nur eine bestimmte Summe zu einer bestimmt festgelegten Arbeitszeit verdienen.
Winnimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 21:06   #3 (permalink)
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Da muss ich dir recht geben . Mein Sohn hatte es so mit 14 Jahren auch eine Zeitlang gemacht. Dazu kommt auch noch das man in einigen Häusern auch noch hoch laufen musste.
Am schlimmsten war es, wenn er die Ikea Kataloge austragen musste.

Das ist in meinen Augen Ausbeutung.

Winnimaus - Er wurde nicht nach Stunden bezahlt. Er bekam eine bestimmte Gegend die er beliefern musste. Egal wie lange er dazu brauchte.
Die Érwachsenen die da Auslieferung machen ,bekommen auch nicht mehr.
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Alt 22.11.2009, 21:07   #4 (permalink)
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Beiträge: 661
Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

korrigier mich, aber der Taschengeldparagraph (Wikipedia) dient doch nur der gesetzlichen Legitimierung von Verträgen, nachdem Schüler oder "nicht-volljährige" in der Lage sind "einkaufen" gehen können, sprich mit einem Verkäufer einen "Vertrag" eingehen dürfen. Somit ist gewährleistet, daß auch Minderjährige eine CD oder DVD oder Buch oder was auch immer kaufen dürfen.

Gruß Maddin
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Geändert von kruemeltee (22.11.2009 um 21:17 Uhr)
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Alt 22.11.2009, 21:10   #5 (permalink)
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Zitat:
Zitat von schnippewippe Beitrag anzeigen
Das ist in meinen Augen Ausbeutung.
Das find ich nämlich auch. Ich weiß ja, daß wir im Kapitalismus leben und daß die Firmen drauf schauen, wie sie so günstig wie möglich ihre Werbung an den Mann bringen. Für einen Schüler scheinen 30 EUR pro Woche schon viel, aber ich finde, das ist für diesen Aufwand nicht genug, egal ob da ein Schüler oder ein Volljähriger arbeitet ...

Gruß Maddin
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kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 21:13   #6 (permalink)
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Legt der nicht auch fest, wieviel ein Schüler verdienen darf?? - Irgendwo gibts da ne gesetzliche Regelung, mein ich. Hätte ja gut zum diesem Paragraphen gepasst *hüstel
Winnimaus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 21:16   #7 (permalink)
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

muss ich Dich leider enttäuschen ... der Taschengeldparagraph (gesetzl. Paragraph) regelt leider nur, wie ein Minderjähriger Vertragsfähig ist oder nicht :-)

Gruß Maddin
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kruemeltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 21:24   #8 (permalink)
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Benutzerbild von niobe-1958
 
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Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Meine ältere Tochter (jetzt 18 Jahre) hat Anfang dieses Jahres Prospekte für eine bekannte Firma ausgetragen und bekam circa 6 Cent pro Prospekt.

Zeitaufwand ca. 2 - 2 1/2 Stunden in der näheren Umgebung unserer
Straße.

Wenn ich mich recht erinnere hat sie ca. 15-18 Euro dafür bekommen.

Da ich ALG II bekomme und meine Töchter somit in einer Bedarfsgemeinschaft mit mir leben (die beiden bekommen kein ALG II)
wird alles was "dazu" verdient werden würde, ab ca. 100 €, abgezogen!!!
niobe-1958 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.11.2009, 21:31   #9 (permalink)
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Beiträge: 13.735
Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Du darfst als Minderjähriger Geld verdienen . Nur wenn du zu viel hast , können sie das Kindergeld streichen. Und ab einer bestimmten Grenze ist es auch nicht mehr Steuerfrei. ( 400 € Job )

Es gibt ja auch schon 15 Jährige die in einer Ausbildung sind.
Mindestalter: 13 bis 14 Jahre für sogenannte leichte Arbeit, die keine Gefährdung birgt.
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Geändert von schnippewippe (22.11.2009 um 21:55 Uhr)
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Alt 23.11.2009, 06:38   #10 (permalink)
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Benutzerbild von manafraid
 
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Ort: anne Küste
Beiträge: 801
Standard AW: Zeitungen austragen ... und die Bezahlung

Klar, auch das hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt: Mitte der 80´er Jahre noch hat sich mein Sohn den größten Teil des Geldes, das er für seinen Führerschein brauchte, mit dem Austragen von Zeitungen verdient. Keine Ahnung mehr, wieviel es war, aber, es lohnte sich.
Hinzu kam, daß genügend Leute in der "Warteschleife" standen. Lagen begründete Beschwerden von Zeitungsabonnenten vor, so wurden die Austräger schnell gefeuert.
So nahm denn in den vergangenen Jahren nicht nur die Bezahlung der Austrägertätigkeit, sondern im selben Maße auch die Zuverlässigkeit der jeweiligen Austräger ab.
Ich selbst habe denn auch vor einigen Jahren mein Lokalzeitungsabo gekündigt. Es machte keinen Sinn mehr. Beim Bäcker erhalte ich die Zeitung um 6.00Uhr morgens, der Austräger kommt, wenn er denn gerade mal Lust hat. War z.B. am Mittwoch ein Championsleague - Spiel, so wußte ich vorher, daß am Donnerstag darauf die Zeitung nicht vor 10 Uhr kommen würde.
Beschwerden bringen nichts. Die Zeitungsverlage können sich allenfalls noch an die Sklavenhalterfirmen wenden und diese bitten, ihren Austrägern mal in den Hintern zu treten. Früher dagegen wurden die Austräger von den Verlagen direkt bestellt.

Gruß
manafraid
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